Ich bin nicht allein in meinem Denken und es gibt mehr von uns als ich zu hoffen gewagt hätte – das ist so meine große Quintessenz des vergangenen Wochenendes bei Pfernetzt in Fulda. Voll mit neuen Ideen, viel Inspiration und ganz vielen Fragen, auf die ich für mich in der nächsten Zeit eine Antwort finden werde, bin ich mit Devon zurück von zwei Tagen mit Menschen, die tatsächlich so ticken wie ich. Wie oft werde ich belächelt, wenn ich mit meiner Art des Trainings in konservativen Ställen unterwegs bin. Wie oft denke ich mir, dass es so wichtig wäre dass endlich ein Umdenken durch die Pferdewelt geht. Heim zu kommen und festzustellen, dass dieses Umdenken längst schon viel fortgeschrittener ist als ich zu hoffen gewagt hätte, lässt mich so freudig und positiv in die Zukunft blicken, dass ich das Glücksgefühl in mir so gar nicht recht in Worte fassen kann.

Die Pferdewelt ist manchmal sehr schwierig. Neid, Missgunst und öffentliches Zerreißen sind – leider – an der Tagesordnung. Doch wir machen die Welt nicht besser, wenn wir alle immer nur gegeneinander kämpfen, denn das ist der Stoff aus dem Kriege sind und Kriege bringen niemals eine Lösung. Main-Act Arien Aguilar brachte es wunderbar auf den Punkt und sprach damit vielen Anwesenden aus der Seele. Hören wir auf zu kämpfen und finden wir stattdessen gemeinsam Lösungen! Wir alle machen die Pferdewelt nur besser, wenn wir gemeinsam positiv etwas verändern.

Dass das nicht nur unter Pferdebesitzern sondern auch unter Trainern und Ausbildern möglich ist, hat Pfernetzt eindrucksvoll bewiesen, gab es doch kaum einen der nicht in den Vorträgen der Kollegen saß. Es herrschte ein offenes und inspiratives Miteinander, ein konstruktiver Austausch – wir alle möchten mehr Verständnis für das Pferd und einem funktionierenden Dialog zwischen Pferd und Mensch ermöglichen und dieses gemeinsame Ziel stand ohne Zweifel klar im Vordergrund. Es war so schön zu sehen, wie viele Gemeinsamkeiten es in allen Konzepten unabhängig von deren Reitweise gab – am Ende ist ein Pferd eben immer ein Pferd und die Basis guter und pferdegerechter Ausbildungsarbeit dadurch stets die selbe. Dass wir Trainer abseits konservativer Wege dabei auf ein so interessiertes, offenes und pro Pferd eingestelltes Publikum trafen, machte das ganze Wochenende für mich zu einer einzigen großen Freude.

Ich glaube, dass Pfernetzt in vielen Anwesenden etwas bewegt hat. Zugegeben hat es in meinem Kopf auch hier und da einiges auf den Kopf gestellt. Wenn sich über Jahre gewonnenes Wissen nochmal mit großen Sprüngen weiterentwickelt ist das ein tolles Gefühl. Dazu gehört auch, dass man neben Gemeinsamkeiten eben auch Dinge entdeckt, die man vielleicht so selber nicht machen würde, doch auch das bringt uns voran.

Pfernetzt war am Ende ein Aufruf, vielleicht auch ein Startschuss für etwas ganz Großes. Das Event hat viele Menschen ein großes Stück näher zusammen gebracht, eben Pferdemenschen vernetzt. Der einstimmige Tenor „Weniger Druck und Zwang, mehr Verständnis und Kommunikation“ wurde von allen Beteiligten durch zwei wunderbar entspannte Tage getragen. Vielleicht war es genau der richtige Zeitpunkt, den das achtköpfige Blogger-Team, das diese Veranstaltung auf die Beine gestellt hat, da gewählt hat. Vielleicht ist die Pferdewelt endlich reif für diese Initiative.

…und wenn sie es noch nicht ist, wird sie es werden müssen, denn selten hat sich etwas so richtig angefühlt! Also los, PFERNETZT euch!

Ein großes Dankeschön an das Pfernetzt-Team:

Christina von Herzenspferd, Miri von Mein Faible, Ann-Christin von Ponyliebe Fotografie, Tanja von Tash Horseexperience, Nadja von Verstehe Pferde, Akki von Führpferd, Petra von Pferdeflüsterei und Sarah von Verwandert

Es war mir eine Ehre bei euch zu Gast sein zu dürfen!

Danke an die Trainerkollegen für den offenen Austausch und das tolle Miteinander!

Danke an all die interessierten Pferdemenschen, die uns mit ihrer Anwesenheit die Möglichkeit gegeben haben unsere Ideen in die Welt hinaus zu tragen!

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