Eine Woche Ostfriesland – hier sitze ich nun, in meinem ersten Urlaub ohne Pferde seit einer gefühlten Ewigkeit. Realistisch betrachtet gab es das aber in der Tat zum letzten Mal vor über 10 Jahren. Fast genau so lange ist es her, dass ich mich entschloss ins kalte Wasser zu springen und mein Leben darauf auszurichten was ich liebte und noch heute liebe: Die Arbeit mit Pferden und Menschen. Seit 7,5 Jahren kann ich die Frage nach meinem Beruf nun mit meinem Traumjob beantworten. Ich bin Pferdetrainer, weil ich es liebe genau das zu sein und weil genau das mich einfach so wahnsinnig erfüllt, dass mir kein Stolperstein zu groß war um ihn aus dem Weg zu schaffen. Kurzum, ich habe beschlossen einfach mein Ding zu machen und glücklich zu sein und ja, das bin ich heute.

Was unter dem Namen „Nina Schmitz – Bodenarbeit und mehr“ ganz klein begann und sich dann zu „PferdVertraut – Nina Schmitz“ entwickelt hat, ist etwas was nicht überall auf Verständnis gestoßen ist. Ich bin oft angeeckt mit meinem Weg, weil ich mich gegen althergebrachtes entschied und meine ganz eigene Vorstellung von pferdegerechtem Training hatte. Dass das heute nur noch selten vorkommt, liegt auch daran dass ich viel Arbeit investiert habe um mir einen Namen zu machen und dass viele Trainingserfolge für sich sprechen. Auch darauf bin ich stolz, denn es sind durchaus auch einige Fälle darunter, von denen es kaum jemand erwartet hätte. Wenn dann noch Menschen auf einen zukommen, die meine Arbeit zunächst mit einem Kopfschütteln betrachtet haben und dann feststellen mussten, dass die Entwicklung der von mir betreuten Pferde aber eine sehr eindeutige Sprache spricht, dann motiviert mich das umso mehr an meinem Weg festzuhalten.

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2017 war und ist ein unglaubliches Jahr für mich. So viel hat sich entwickelt, was ich vorher nicht zu hoffen gewagt hätte. Mittlerweile klopfen Fachzeitschriften regelmäßig bei mir an um nach Rat für Artikel und nach Übungen zu fragen, die sie den Lesern an die Hand geben können. Die ersten Trainingshefte und das Übungsbuch wurden prima angenommen, die Winter Academy konnte ich auf Grund der großen Nachfrage weiter aufstocken, der Start dieses Blogs ist mit toller Resonanz wunderbar geglückt und die Zugriffszahlen auf die Facebookseite haben sich mehr als verdoppelt. Ich habe tolle Firmen als Partner an meiner Seite und das Feedback von euch da draußen ist so gigantisch toll, dass ich mich manchmal frage ob das wirklich wahr ist, dass sich so viele Menschen für meine Arbeit begeistern können. Wer hätte außerdem gedacht, dass ich nun ein Showteam aus Schülern und Freunden auf die Beine stelle, dass meine Pferde und ich immer wieder für tolle Fotografen arbeiten dürfen und dass ich überhaupt so tolle Pferde an meiner Seite haben werde, die mit mir durchs Land reisen und tolle Projekte, Messen und Shows rocken? „Ich wusste, dass es so kommen wird!“ hat eine Freundin letztens so lieb gesagt und ich muss zugeben, ich wusste es nicht. Gehofft hab ich es zweifelsohne, aber hätte mir nach dem Chaos-Jahr 2016 und Ashleys Tod jemand gesagt, dass 2017 so werden würde, ich hätte ungläubig gelächelt und nicht im Traum daran geglaubt!

Nun könnte ich mich gefühlt zurück lehnen und genießen was gerade passiert und ja, genießen tue ich es absolut! Nur das mit dem zurück lehnen ist eben nicht so mein Ding, denn PferdVertraut ist nur das, was es ist, weil ich mir stetig Gedanken mache wie ich mich selbst und meine Arbeit stetig verbessern kann, wie ich PferdVertraut wieder ein Stückchen weiterbringen und auf das nächste Level vorbereiten kann. Die Pferdewelt entwickelt sich so wahnsinnig schnell und ich bin mittendrin und versuche den Überblick zu behalten ohne mich selbst darin zu verlieren, denn wenn eins immer klar war dann dass ich mir selbst und meinem Weg treu bleiben will – den Pferden zu liebe.

DSC_0048 (2)So nutze ich die (Aus)Zeit hier im Norden vor allem um all die Ideen in meinem Kopf zu sortieren. Die Zeit, die ich hier habe weil ich mal nicht von Kunde zu Kunde hetze, Pferde versorgen und trainieren oder die nächste Veranstaltung bzw das nächste Projekt vorbereiten muss, nutze ich um das kreative Chaos in geordnete Bahnen zu lenken. In meinem Kopf entstehen gefühlt schon seit Wochen und Monaten neue Trainingshefte, mögliche Choreografien für Schaubilder, Trainingspläne für meine Pferde und vieles mehr. Vielleicht erinnert ihr euch daran, dass ich euch kurz von „PV EquiGym“ erzählt habe – auch das muss ich endlich einmal weiter ausarbeiten und zu Papier bringen.

Während meine Pferde also Zuhause bestens versorgt sind, sitze ich gerade im Strandkorb in Ostfriesland und bereite all das vor, was ihr in den nächsten Wochen und Monaten zu sehen bekommt. Ein paar Videos warten auch noch darauf geschnitten zu werden und überhaupt – ich hab das Gefühl eine Woche ist viel zu kurz um auch nur ansatzweise all die Ideen zu ordnen! Aber ich bin mir sicher, dass ich vieles davon schaffen werde!

…und nun probiere ich es doch mal kurz mit zurücklehnen und genießen… auch kreatives Chaos brauch schließlich irgendwann mal Urlaub 😉

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