Es war im Jahr 2015 als in mir die Idee heran reifte mich mit meinem Pferd vom Rheinland aus auf den Weg nach Süddeutschland aufzumachen. Einfach nur um der Erfahrung Willen und weil ich das Gefühl hatte, dass ich einfach mal etwas tun musste, was mein Leben verändern könnte. Ich war auf der Suche nach einem Abenteuer, das ich nie wieder vergessen würde, von dem ich noch ewig erzählen würde – etwas, das ich einfach wagen würde. Einfach mal aussteigen, anders sein, etwas verrücktes tun.

Der Absprung in die Selbstständigkeit war mein größtes Abenteuer bisher und definitiv auch eine Erfahrung, die ich niemals würde missen wollen. Es ist nicht nur mein Beruf, es ist meine Leidenschaft und Herzenssache und für mich einfach der schönste Job der Welt. Die Selbstständigkeit schafft mir Freiräume, die ich sonst nicht hätte – zum Beispiel den Freiraum meine Träume zu verwirklichen wann immer ich das kann. Den Traum von einem 400km langen Abenteuer zum Beispiel – auch wenn ich damit so manchem am Anfang nur ein erstauntes Kopfschütteln entlocken konnte und hier und da die verwunderte Frage ob ich nun endgültig verrückt geworden war.

Nun ja, so ganz unberechtigt ist die Frage sicherlich nicht und ich glaube ein bisschen „verrückt“ muss man dafür in der Tat auch sein, sonst würde man wohl auf eine solche Idee gar nicht erst kommen. Doch wie kommt man eigentlich auf diese Idee und was verspricht man sich davon?

Es ist über 20 Jahre her, dass ich begann jedes Jahr in den Ferien in der Bergwelt des schönen Lungau auf tollen Haflingern meine ersten Wanderritte zu erleben… die Erinnerungen an all die Jahre und die zahlreichen zurückgelegten Kilometer im Sattel sind ein kostbarer Schatz aus vielen wunderbaren Erlebnissen, kleinen Abenteuern, tollen Menschen, lieb gewonnenen Freunden und einer Verbundenheit zu den Pferden, wie ich sie bei keiner anderen Art der Reiterei jemals empfunden habe. Es sind Erinnerungen, die so voller Glück sind – kraftvoll, entschleunigend und nachhaltig, denn sie haben meinen Weg mit Pferden bis heute deutlich geprägt.

Über diese Jahre bin ich erwachsen geworden, mein Hobby ist längst mein Beruf geworden und ich würde rein gar nichts daran ändern wollen. Aber die Welt um uns herum, die ändert sich und das stetig. Alles wird immer schnelllebiger, kurzatmiger… und ehe man sich versieht, ist man ein Teil dessen.

Als ich zum ersten Mal auf die Idee kam ein solches Abenteuer erleben zu wollen war dies sicherlich auch die Erinnerung an diese so glücklichen Stunden dort in den Bergen, die ich versuchte wieder einzufangen. Aber auch ein wenig die Flucht vor dem, was wir als schnelllebig und modern betrachten. Was würde bleiben wenn ich eines Tages zurückblicke auf die Abenteuer meines Lebens? Ja, die Selbstständigkeit als Pferdetrainer ist zuweilen auch ein Abenteuer. Aber wäre es das schon gewesen? Wäre das tatsächlich alles? Sollte da nicht mehr sein? Wovon würde ich erzählen wollen?

Die ursprüngliche Planung von über 600km musste ich verwerfen… aus gesundheitlichen und zeitlichen Gründen. Vielleicht auch weil niemand so verrückt war sich mit mir auf dieses Abenteuer einlassen zu wollen. Aber aufgeben wollte ich mein Abenteuer nicht. So suchte ich nach der Beseitigung aller gesundheitlichen Hindernisse ein neues Ziel und jemanden, der genau wie ich ein bisschen verrückt ist – zumindest verrückt genug um dieses Abenteuer mit mir gemeinsam erleben zu wollen. Lena war so ziemlich die erste, die sich mit ihrer Paula auf meine Suche meldete und ja, das passte einfach von Beginn an.

So werde ich mein Abenteuer also tatsächlich verwirklichen und mich am 23.April 2018 auf Devons Rücken und mit Onestá als Handpferd zusammen mit Lena und Paula auf einen langen Weg machen. Starten werden wir bei Emotion Pferd auf Burg Satzvey – wenn ich überlege was dieser Ort für uns mittlerweile für eine große Bedeutung hat, könnte ich mir keinen besseren Ausgangspunkt mehr vorstellen! Von dort aus geht es dann in Tagesetappen zwischen 30 und 40 Kilometern Stück für Stück in den Süden Richtung Stuttgart. Nach und nach werden wir so die Eifel und später auch die Rhein-Ebene hinter uns lassen. Abend für Abend werden wir in unterschiedlichen Ställen eintreffen, neue Pferdemenschen kennenlernen und sie alle durch unser Abenteuer auf gewisse Weise miteinander verbinden. Ich mag diesen Gedanken sehr.

Unser imaginäre Rucksack wird sich unterwegs mit tollen Erinnerungen, Erfahrungen und Begegnungen füllen. Meine beiden Pferde und ich werden an dieser Herausforderung wachsen, daran glaube ich fest. Auch daran, dass wir uns danach mit anderen Augen sehen und dieses Abenteuer nachhaltig etwas verändern wird. Was das sein wird? Ich weiß es nicht. Keine Ahnung was ich gedenke zu finden. Ehrlich gesagt weiß ich nicht mal genau wonach ich eigentlich suche… aber ist das denn wichtig?

Ich freue mich auf diese wunderbare neue Herausforderung, tolle Erfahrungen, nachhaltige Erinnerungen und all das was dieser Weg verändern wird, denn das wird er garantiert. Der Weg ist das Ziel – also stürzen wir uns ins Abenteuer!

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Mehr über unser Projekt #4hearts1goal findet ihr auf Facebook unter 4hearts1goal – Dem Leben auf der Spur – dort könnt ihr die nächsten Monate die Planung und den Ritt mitverfolgen.

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